Werdener Schatzkammer präsentiert bedeutende Exponate in einem Buch

Bestandskatalog „Schatzkammer und Basilika St. Ludgerus“ zeigt erstmals alle Schatzstücke in Kirche und Museum. Das fast 500 Seiten starke Buch stellt die Exponate mit Texten und Fotos vor, präsentiert den aktuellen Stand der Forschung und beschreibt die Geschichte des Werdener Klosters und des Heiligen Ludgerus.

Kruzifix, Pyxis oder Liudger-Kelch: Die Schatzkammer und die Basilika St. Ludgerus bewahren kostbarste Schatzstücke der vor gut 1200 Jahren im heutigen Essen-Werden gegründeten ehemaligen Benediktinerabtei auf. Erstmals ist es nun gelungen, alle Exponate anschaulich zu beschreiben, professionell zu fotografieren und in einem gemeinsamen Buch zu präsentieren. „Schatzkammer und Basilika St. Ludgerus“ heißt der knapp 500 Seiten starke Bestandskatalog, den die beiden Herausgeberinnen, Schatzkammerleiterin Andrea Wegener und Geschäftsführerin Daniela Krupp zusammen mit Propst Jürgen Schmidt am Dienstag vorgestellt haben. „Wir möchten mit diesem Buch diesen wunderbaren Schatz noch bekannter machen“, sagt Wegener. Einerseits habe die Fachwelt viele der einzigartigen Exponate bislang kaum gewürdigt, andererseits wüssten auch viele Menschen im Ruhrgebiet noch nicht, welche historischen Kostbarkeiten es in der Basilika und der Schatzkammer am südlichen Ruhrufer zu entdecken gebe. 

So folgt das Buch, das erst durch eine großzügige Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und einen Zuschuss des Bistums Essen möglich wurde, konsequent dem Ansatz, wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen und zugleich auch interessierten Laien ein Lesevergnügen zu bereiten. Zudem werden nicht nur Exponate präsentiert, sondern auch die Geschichte und Geschichten rund um das Werdener Kloster und dessen Gründer, den Heiligen Liudger, sowie die Werdener Schatzkammer. „Die Krupp-Stiftung setzt sich seit langem für den Erhalt und die Erforschung des kulturellen Erbes ein. Ebenso ist die Unterstützung von Projekten in der Region ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit. Die Förderung des Bestandskataloges der Werdener Schatzkammer und Basilika St. Ludgerus vereint beide Aspekte und ermöglicht es, die Werdener Schätze einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“, so Dr. Thomas Kempf, Vorstand der Krupp-Stiftung. 

Die Präsentation der Kostbarkeiten aus Kloster und Kirche orientiert sich im Katalog chronologisch: Den Anfang macht die berühmte Pyxis, die kleine Elfenbeindose aus dem 5. Jahrhundert, die eine der weltweit ältesten bekannten Szenen der Geburt Christi zeigt. Es folgen ausführliche Beschreibungen des Werdener Reliquienkastens, des Liudger-Kelchs, des Werdener Kruzifixes und vieler weiterer Exponate, von denen die Werdener Tradition viele unmittelbar mit dem Heiligen verbindet, der das Bistum Münster gegründet hat und auch als Patron des Bistums Essen verehrt wird. 

Die Beschreibungen präsentieren den neusten Stand der Forschung. So geht der Katalog nicht nur auf den erst vor wenigen Jahren entdeckten Zusammenhang zwischen Kruzifix und Liudger-Kelch ein – beide wurden aus der gleichen Guss-Charge gefertigt – sondern stellt auch neue Erkenntnisse zur Pyxis vor: Das Gefäß stammt wohl doch nicht aus dem östlichen Mittelmeerraum, sondern aus Italien. Vermutlich wurde es dort im 5. Jahrhundert hergestellt und war schon ein hoch verehrtes Altertum, als Ludgerus es als Andenken von seiner Italienreise (784 – 787) mit nach Werden brachte. Auch manch kurioses Forschungs-Ergebnis lässt sich im neuen Katalog entdecken: So wird die in Werden bislang als Heilige Agnes verehrte Holzfigur (Anfang 16. Jahrhundert) nun als Heilige Luzia identifiziert. 

Neben Schatzkunst und Holzskulpturen umfasst der Katalog auch die Steinplastiken und Gemälde der Schatzkammer. Die Textilien sowie die knapp 2500 Bücher aus der früheren Klosterbibliothek mussten indes allein aus Kapazitätsgründen außen vor bleiben – ihre Beschreibung würde eigene Kataloge füllen. 

Das im Verlag adson fecit in der Reihe „Werdener Schätze“ erschienene Buch „Schatzkammer und Basilika St. Ludgerus – Schatzkunst, Skulptur, Gemälde“ ist mit der ISBN 978-3-9816594-9-8 ab sofort für 49,95 Euro im Domschatz erhältlich.  

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